„KEHRSEITEN“

Pressestimmen

Ein musikalisches Kabarettprogramm von und mit
Sabine Münz und Ernst-Ulrich Kreschel

Texte: Sabine Münz, Ernst-Ulrich Kreschel,
Musik: Ernst-Ulrich Kreschel, Sabine Münz

Eines Tages wirst du sehen,
unser Leben ist nicht nett,
die guten Seiten, ja die stehen,
nur im Internet.
Suchst bei Freunden du vergebens
nach dem großen Sinn des Lebens.
Alles hat doch nur zwei Seiten,
die Gewinne und die Pleiten.


Nichts ist so, wie es scheint. Krisen machen uns nur stärker. Wo Licht ist, muss nicht immer Schatten sein. Alles hat seine Kehrseiten, aber keiner will sie wahrhaben. Sie werden unter den Teppich gekehrt, da sind sie im Grunde auch sicher und bestens aufgehoben.
Aber die „Kugelblitze“ machen plötzlich sauber und wenden und drehen die Seiten so oft, bis die Kehrseiten der Kehrseiten zu Tage treten. Ein Doktortitel hat inzwischen den Wert einer Internetflatrate und ist nur sicher, wenn er gekauft wurde.
Unser Hirntod wurde bereits von unabhängigen Ärzten zweifelsfrei diagnostiziert, aber wir leben noch.
Sämtliche Organe sind inzwischen an die Meistbietenden verkauft worden, bloß: wo ist das Geld?
Wartelisten gibt es nur noch für Wartelisten, denn keiner hat mehr Zeit.
Probleme bestatten wir in der „Urne to go“ auf dem heimischen Kaminsims und der Mindestlohn lohnt sich nicht im Mindesten und führt letztendlich zu Lohneinbußen.
Die „Kugelblitze“ singen den „Kehrseitenblues“ nicht nur für die Titanic, sondern stellvertretend, für alle leck geschlagenen Kreuzfahrschiffe, an Land, selbst wenn es untergehen sollte, das Land der Frühaufsteher. Aber am Ende sind es doch die guten Seiten, die bleiben und bestehen.
Das Kehren hat sich gelohnt und alles ist irgendwie ein bisschen sauberer geworden, fast clean...

Neue Besen kehren gut.
Gute Besen kehren neu.
Schmeiß den Lappen in die Flut.
Aber bleib dir selber treu.
Kehr die Scheu vor die Belehrung.
Leere scheut jede Bekehrung.
Wisch sie weg, die alten Zeiten.
Zieh Gewinn aus deinen Pleiten

Clean Operator! Ich hab den
Clean Operator! Ja ich seh´ dich später!
Ich will den Cleen Operator! Nur meinen
Clean Operator! Ja ich seh´ dich später!


PRESSEMEINUNGEN

Putzkolonne legt Kehrseiten frei (Kopie)
von Claudia Klupsch

Ernst-Ulrich Kreschel und Sabine Münz in der Premiere ihres Programms "Kehrseiten".

Glanz in der Hütte.
Glanz in der "Magdeburger Zwickmühle", in der am Dienstag das neue Programm der "Kugelblitze" Premiere feierte.
In "Kehrseiten" schwingen Sabine Münz und Ernst-Ulrich Kreschel geschickt den Besen, legen Kehrseiten aktuell-politischer Aufreger frei und bieten dabei intelligente Kabarettkost. Kreschel am Flügel, die Münz mit Stimme. Sie singt vom "Clean Operator" nach der Melodie "Smooth Operator" von Sade. Da kommt Swing auf. "Schmeiß die Lappen in die Flut. Aber bleib dir selber treu" sind Sätze beinahe fürs Zitatenlexikon. Derer gibt es viele im Programm. Die Texte voller Hintersinn und Wortwitz stammen von den beiden Bühnenprotagonisten sowie von Claus Thaler und Ulf Reichmann.
Kreschel und Münz verkaufen sie mit Bravour - ob in Liedern, in Monologen oder Szenen gepackt. Die Spielarten und Figuren wechseln rasant mit vollster Anforderung an die Kabarettisten. Nicht nur die Lachmuskeln des Publikums sind an diesem wunderbaren Kabarettabend beansprucht. Das Hirn wird wohltuend aktiviert. Wenn es etwa darum geht, die Kehrseite der Organspende zu beleuchten. Sabine Münz liefert eine amüsante wie lehrreiche Vorlesung "Die postmortale Organspende". Kreschel öffnet mit seinem Song "Wir sind nur hirntote Hamster im Glücksrad" dem Publikum die Augen und setzt dabei den Blick des Wahnsinnigen auf. Herrlich!

Gemeinsam amüsieren Münz und Kreschel als Putzkolonne in Kittel und Kopftuch. Thema Mindestlohn. Die Kehrseite von Lohneinbußen kann nur mit Schnäpschen ertragen werden. Ein komödiantisches Feuerwerk! Münz demonstriert die Facetten ihres Könnens innerhalb von Minuten. Eben noch die saufende, pöbelnde Putzfrau, schmettert sie sogleich eine Opernarie "Ein Fleck hier, ein Fleck da". Welch ein Kontrast! Als Dame der High Society beim Benefizball "Eine Welt ohne Hummer" spielt Münz ihre komödiantische Gabe voll aus. Allein wie sie mit geschürzten Lippen das Sektglas zum Munde führt ... köstlich. Jeder Satz im Wiener Schmäh ist ein Amüsement. Kreschel kann - lustig als Frau verkleidet - nicht ganz mithalten. Auch seine Auftritte als Bauer und Datenklau-S geraten in den Schatten neben Münz als Merkel-Verschnitt und "Preiset den Herrn"-Guru. Bei letzterem hat sie das Publikum voll im Griff - einer von vielen Höhepunkten im Programm.
Etwas Klamauk hat der Abend auch zu bieten. Die Geissens, jenes prollige Millionärs-Paar aus dem Fernsehen, verirrt sich nach Magdeburg. Kreschel als "Roooobert" und Münz als sein Blondchen holen sich ihre verdienten Lacher ab. Das Duo liefert ein weiteres kabarettistisches Highlight beim "Sachsen-Anhalt-Bestattertag" ("Sehr geehrte Leichen von morgen!"). Die Urne-to-go ist eine klasse Erfindung, besonders das Modell "Fidel Castor", in dem auch geschasste Politiker als Altlasten entsorgt werden können.
"Kehrseiten will doch keiner sehen", heißt es am Ende des Programms. Doch!
Die "Kehrseiten" der Kugelblitze muss man gesehen haben!

(Magdeburger Volksstimme, 10.05.2013)


Die Kugelblitze machten gründlich sauber
Von Werner Kison

Die Kugelblitze“ präsentierten ihr neues Programm „Kehrseiten“ vor der offiziellen Premiere im Restaurant Lapau.

Sabine Münz (rechts) und Ernst-Ulrich Kreschel begeisterten mit ihrem musikalischen Kabarett!
Die eigentliche Premiere ist am Dienstag in Magdeburg.
Sabine Münz und Ernst-Ulrich Kreschel begeisterten mit ihrem musikalischen kabarettistischen Spektakel das Publikum im Lapau-Saal....
....Die Magdeburger Kabarettisten zeichnen sich immer wieder mit einem breiten Themenspektrum aus.
Dieses Mal reichte es vom Mindestlohn, Finanzkrisen, Spekulationen an Nahrungsmittelmärkten, Hungersnot über Datenschutz bis hin zu Organspenden und Gorleben. Eine Paraderolle schien Kreschel, der auch die Gesangsteile am Klavier und mit der Mundharmonika begleitete, auf den Leib geschrieben zu sein. Er überzeugte als angetrunkener Bauer, der seine Frau bei „Bauer sucht Frau“ gefunden hatte. „Man sollte sich von Freunden trennen, die zu dick sind, denn bei engen Kontakten geht es ganz schnell, dass das Fett auf einen selbst übertragen wird“, zitierte Kreschel aus einer amerikanischen „Studie“. „Dann ist man selbst so dick. Ich habe es am eigenen Leib erleben müssen.“
„Seit Angela Merkel wissen wir, dass die Uckermarker eine Macke haben“, sagte Münz, die in einer Paraderolle als über die Verwendung des Atommüllzwischenlagers Gorleben sinnierende Bundeskanzlerin glänzte.
Dort könnte man zum Beispiel das von einer Finanzkrise gebeutelte Zypern zwischenlagern, ebenso „verendete und verbrauchte Minister unterbringen“.
Das Publikum im besonderen Flair des Lapau-Saales fühlte sich bestens unterhalten und geizte nicht mit reichlich Szenen- sowie kräftigem und langem Schlussapplaus.

(Helmstedter Nachrichten, 05.05.2013)